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Angezeigte Kategorie: "NEWS" - Anzahl Reviews: 25
ALK-IN   JOE-SUB  THE-WOR  
 

 THE CRESCENTS - Flowergrave  
 
CD - VÖ 2006  
Melodic-Death - Südkorea - WASP Entertainment    
 
Nimmt man das Aussehen diesen fünf jungen Koreaner als Maßstab für ihre musikalische Ausrichtung, so würde man zweifelsfrei auf eine sülzige, sterile Popband tippen. Selbst als Gothic Outfit ginge das Ganze wohl kaum durch, zumal sich die Truppe im strahlenden Persil Weiß präsentiert und auch sonst haftet das Etikett der Markenkleidung an den vier Jungs und dem Mädel . Beim Hören der Scheibe, die bereits ein paar Jahre auf dem Buckel hat, wird man dann doch positiv überrascht. Stilistisch kann man die Band zum Vereinfachen grob in die Melo Death Ecke stecken, obwohl der Gesamtsound eine Verschmelzung der unterschiedlichsten Stile darstellt. Neben den melodischen Todesblei Elementen werden ebenfalls Gothic Anleihen (aufgrund der symphonischen Keyboards), Black Metal Parts sowie traditionelle Metal Einschübe verwendet. Das Ganze ist ein moderner Mix besagter Elemente, symphonisch/atmosphärisch vorgetragen mit thrashigen Rhythmen und durchaus
akzeptabler Grundhärte. Der Gesang wird fast ausnahmslos gekreischt mit ein paar klaren Gesangslinien hier und da zur Auflockerung. Produktions- wie auch spieltechnisch sind die Koreaner von THE CRESCENTS absolut fit wie ein Turnschuh, da gibt nix zu bemängeln. Tracks wie „Bitter Metallic Symphony“ oder „Ride Of Valkyries“ wissen durchaus zu gefallen und sollten Leuten, die mit oben genannten Stilen was anzufangen wissen, durchaus munden. Qualitativ bewegen sich die Fünf auf gehobenen Niveau, auch wenn durch das gekünstelte Outfit ein kleiner fader Beigeschmack mit dabei ist.

Michael
 
VINDICATOR - Split mit METAL WITCH  
 
CD - VÖ 2008  
Thrash-Metal - USA/Deutschland -  Slaney Rec.    
 
Wieder eine coole Platte aus dem Hause Slaney Records. Diesmal gibt’s den ersten Teil der „Outbreak Of Metal“ Reihe zu hören und zwei Bands beehren uns mit ihrer schwermetallischen Schmiedekunst. Auf dieser Split blasen die Ami Thrasher VINDICATOR und die deutschen Heavy Metal Veteranen von METAL WITCH zum Angriff. Die Truppe aus Ohio dürfte bei Thrashern schon bekannt sein, konnte ihr Debüt Album „There Will Be Blood“ doch auf ganzer Länge überzeugen und bescherte den Jungs eine loyale Fangemeinde. Mit ihren schnörkellosen, geradeausgespielten old School Thrash Metal trifft das Quartett auf alle Fälle den richtigen Nerv. Die hier vertreten sechs Songs machen da keine Ausnahme. Brandneu und extra für diese Split aufgenommen haben VINDICATOR leichtes Spiel und sorgen ausnahmslos für Muskelkater im Nacken, was „Shocktrauma“ oder „The Dog Beneath The Skin“ tatkräftig beweisen. Unter den halben Dutzend Songs befinden sich auch
zwei Coverversionen und zwar „I Hate People“ von ANTI NOWHERE LEAGUE und „U.S.S.A“ von den sträflich unterbewerteten INDESTROY. Nachdem die Amis schon mal kräftig eingeheizt haben entern METAL WITCH die Szenerie. Obwohl die Truppe bereits 1985 gegründet würde (zwischenzeitlich jedoch bis 1998 aufgelöst) dauerte es bis 2002 bis das erste Disk auf der Bildfläche erschien. Die sechs Tracks der Norddeutschen entstammen den bisherigen Veröffentlichungen. Die ersten drei Songs wurden vom aktuellen, 2008 herausgebrachten Album „Risen From The Grave“ entnommen, zwei Stücke stammen vom 2002er Werk „Ready To Burn“ und Track Nummero sechs ist ein Livestück, welches beim Headbangers Open Air 2004 mitgeschnitten wurde. Wie auch ihre Kollegen aus Amerika können mich METAL WITCH durchwegs mit ihren kraftvollen, schnellen traditionellen Metal begeistern. „Believe In The Power Of Rock“ oder „The Count Has Risen From The Grave“ gehen
mächtig ab und das teils stark IRON MAIDEN beeinflusste Material animiert sofort zum Headbangen. Beide Bands sind mit viel Engagement und Herzblut bei der Sache und da auch die soundtechnischen Aspekte über alles erhaben sind gibt es für Underground Metal Fans eigentlich nur eins: zuschlagen und sich das Teil besorgen.
Michael
 
 VIOLATED - Only Death awaits  
 
CD - VÖ 2009  
Thrash-Metal - Norwegen - Duplicate Rec.    
 
Das aus Norwegen nicht zwangsläufig nur Black Metal kommen muss haben gerade in letzter Zeit zahlreiche Veröffentlichungen aus den verschiedensten Metal Genres bewiesen. VIOLATED haben ihren Anker vor Kristiansund geworfen und sind seit 2004 Bestandteil der Thrash Szene im Land der Fjorde. Thrash erfreut sich ja zur Zeit wieder einmal einiger Beliebtheit, um mal das verhasste Wort 'Trend' zu vermeiden. Mittlerweile hat ja jedes einschlägig bekannte, wie auch unbekannte Label, ein bis zwei 'heiße Eisen' in diesem Bereich im Feuer. Ich bin aber guter Dinge, dass das Quartett aus dem Hohen Norden auch nach abebben dieser Welle noch munter drauflos thrashen wird. Dafür sind VIOLATED spieltechnisch zu stark und die Klasse der einzelnen Songs spricht zusätzlich für sich. Nach zwei Demos und einer Split Scheibe mit den Polen DESTROYERS markiert "Only Death Awaits" sicherlich den momentanen Höhepunkt dieser Schwadron. Mit "Out Of The Focus" steigt man dann auch recht energisch und flott in die Scheibe ein. Sofort drückt einen der fette brachiale Sound des Vierers an die Wand, die Riffs sind heavy und schneiden sich präzise wie ein Rasiermesser durchs Fleisch. Das Schlagwerk entfaltet eine ungeheuere Wucht und Präzision und drückt einen bedingunglos an die Wand. Das Tempo wird dann bei "Lack Of Empathy", wie auch im weiteren Verlauf der Platte, etwas gedrosselt. Die Intensität und Brachialität leidet daran aber nicht, ganz im Gegenteil! Sie profitiert eindeutig von den knackigen mittleren Tempo gepaart mit der oben erwähnten Killer Produktion. Die Songs werden technisch erstklassig in Szene gesetzt, wirken aber trotzdem relativ eingängig und geradeaus. Das ist Power Thrash in Reinkultur und verstömt so dieses gewisse Flair ähnlich wie die Ami Legende DESTRUCTOR gekreuzt mit Bay Area Stoff in Reinkultur und ein paar Häppchen SLAYER. Auch der Gesang von Hans gefällt mir sehr gut. Der hat Volumen, Kraft und Energie. Mit dem Titelstück "Only Death Awaits" endet der acht Tracker wie er begonnen hat. Somit wird das Gaspedal nochmal etwas kräftiger durchgedrückt. Wer auf hervorragend gespielten Thrash der alten Schule mit Klasse steht, der kommt an VIOLATED nicht vorbei und sollte schleunigst mal ein Ohr riskieren. Erstklassiges Debüt!
Michael
 
 WILD - Calle De Fuego  
 
MCD - VÖ 2009  
Heavy Metal - Spanien - Eigenveröffentlichung    
 
Als allererstes sticht einem gleich das schwer 80er Spirit verstömende Ed Repka Cover der Platte ins Auge. Der Künstler, der bereits tonnenweise Artworks aus der guten alten Zeit veredelt hat (und natürlich auch in der Gegenwart), hat hier wieder erstklassige Arbeit abgeliefert. Prima, dass es das Minialbum der Iberer auch als Vinyl Version gibt, denn sowas muss einfach in einem ansprechenden Format erscheinen. Nun aber zum eigentlichen Anlaß, der Mucke. Die Truppe hat sich dem schnörkellosen, traditionellen Heavy Metal verschrieben, der mit voller Leidenschaft und Inbrunst gespielt wird. Eine furiose Mischung aus soliden Euro Metal, veredlet mit ein paar Spritzern Amistoff und schließlich verfeinert mit dem unwiderstehlichen Charm und Feeling des spanischen Metals aus den 80igern. Die instrumentale Leistung der 2004 in Madrid ins Leben gerufenen Formation kann man nur als famos bezeichnen. Allen voran die Äxte mit ihren melodischen und druckvollen Spiel schredden total und setzen die Tradition exquisiter Gitarreros aus Spanien fort. Mit einer prächtigen Uptempo Nummer namens "Salvaje" startet man standesgemäß und überzeugend in den fünf Tracker, so dass gleich am Anfang keine Wünsche mehr offen bleiben. Dannach drosselt man das Tempo ein wenig und schmettert im powervollen mittleren Geschindigkeitsbereich die Songs herunter bis die Saiten glühen. Das kräftige Titelstück (eine wahre Hymne) und das vorzügliche "En El Nombre De Nadie" mit seinen geilen Refrain können ebenfalls restlos überzeugen. Ausgessprochen gut gefällt mir auch der in spanisch vorgetragene Gesang von Javier Endara, der früher auch den Tieftöner bediente. Erdig, ausdruckstark und jeder Zeit Herr der Lage. Eingerahmt wird die coole Platte mit einer druckvollen Produktion, die ausgesprochen heavy ist und jeden Freund traditionellen Metals überzeugen dürfte.
"Calles De Fuego" ist ein glühend heiß geschmiedetes Stück Stahl, bei dem Anhänger lateinamerikanischen Metals wie auch qualitätsbewusste Headbanger zugreifen sollten.
Michael
 
 WORKSHOP - Khooni Murga  
 
CD - VÖ 2009  
Heavy Metal - Indien - Demonstealer Rec.    
 
Wieder mal was Neues vom indischen Subkontinent. WORKSHOP stammen aus Mumbai und im Line-Up des Vierers findet sich dann auch ein alter Bekannter wieder: nämlich Demonstealer von DEMOMIC RESURRECTION, der hier die Axt schwingt und auch gleichzeitig für die gesangliche Unterhaltung sorgt. Das man hier nicht alles so bierernst nimmt, dass kann man schon am Albumcover im Comicstil erahnen. Die Lyriks entpuppen sich als klassische Seitenhiebe, in denen so ein paar gesellschaftliche Laster, allgegenwärtige Peinlichkeiten oder Sachen, die das Leben halt so mit sich bringt, auf's Korn genommen werden. Da ist jede Menge Humor garantiert und das mit einen deutlichen Comedy Anstrich. Ein Schmunzeln kann man sich so kaum verkneifen, wenn über mordlustige Hühner ("Khooni Murga") philosopiert wird, die bekannten Bollywood Filme verarscht werden ("Bunty Aur Malika Sherwat") oder einfach mal einer fröhlich frei von der Palme gewedelt wird ("I Came"). Die Texte werden durch lustige Comicartworks unterstützt und setzen das Ganze zudem bildhaft um (hilfreich, vor allem wenn bei manchen Tracks in Indisch gesungen wird). Musikalisch deckt man eine große Palette ab. So gibt's gepflegten NWOBHM beeinflußten Stoff wie beim Opener "She Folked Up My Jazz" (mit coolen Refrain - ein Ohrwurm), schlichten Heavy/Hard Rock, Rap Einlagen ("How Do Make A Demonic Omelet"), Pop Einschübe oder man lässt schnell mal ein paar gepflegte Death Metal Riffs/Läufe vom Stapel. Klingt im ersten Moment wohl erstmal seltsam, aber alles ist erstklassig gespielt und harmoniert miteinander hervorragend. Abwechslung ist Trumpf und so klingt kein Song wie der Andere. Der Sound der Platte ist sehr gut ausgefallen und setzt die zehn Tracks ins rechte Licht. Als besonderes Leckerli gibt's noch eine über zwei stündige DVD mit allerlei Extras wie Interviews, Videos und vieles mehr. Ein cooles Stück Underground Mucke, die Spaß macht. Exotenfans müssen hier zuschlagen.
Michael
 
 
ALK-IN   JOE-SUB  THE-WOR