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Angezeigte Kategorie: "A" - Anzahl Reviews: 259
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 ASHES YOU LEAVE - Fire  
 
CD - VÖ 2002  
Death/Gothic - Kroatien -  Morbid Rec.    
 
Lange genug habe ich es vor mir hergeschoben, heute muss es nun sein: das Review zur aktuellen "Ashes you leave"-Scheibe, die mit einem VÖ-Datum vom 21.10.2002 in der Tat nicht mehr ganz frisch ist (Gibt es inzwischen eigentlich schon 'ne neue? Ich hoffe nicht...). Wie an meiner Klammerbemerkung schon zu erahnen, sind AYL nicht unbedingt dass, was ich uneingeschränkt zu meinen Faves zählen würde oder anders formuliert: diese Band und ihre Musik gefallen mir überhaupt nicht. Da man über Geschmack bekanntlich nicht streiten kann (zumindest nicht sonderlich ergebnisorientiert...), will ich kurz erläutern, wie ich zu meiner Meinung über diese Kapelle und ihre Outputs, die mich einer mehr langweilen als der andere, komme. Fangen wir dazu mal mit dem obligatorischen Vergleich mit ähnlichen Bands an, um die Frage der musikalischen Gangart zu beleuchten: AYL klingen für mich wie eine unausgereifte Mischung aus Orphanage, (frühen) Flowing Tears, ein ganz bisschen My Dying Bride, The Gathering, Lacuna Coil und Crematory. Waren, bzw. sind, die genannten Bands auf ihre Art und Weise aber jeweils einigermaßen originell (Crematory lassen wir da mal außen vor :-)), kommen AYL mit ihren Kompositionen nicht so recht in die Gänge und in denen meines Gehörs nicht besonders gut an. Ich kann gar nicht mal so genau beschreiben, woran das eigentlich liegt, im ersten Moment wirken die Songstrukturen und Ideen sogar einigermaßen interessant aber nach gar nicht langer Zeit wird das alles sehr langweilig und belanglos. Ein Hauptproblem ist in meinen Augen, sorry Ohren, auch, dass die Qualität der Sänger (vor allen Dingen der Dame des Hauses) bei schwierigeren Passagen ganz stark abfällt und der gesamten Produktion einen eher amateurhaften Stempel aufdrückt, vom Nervfaktor mal ganz zu schweigen. Je länger ich darüber nachdenke, desto sinnloser kommt mir übrigens dieses ganze Review vor: Fans von AYL werden die Scheibe sowieso schon lange haben und mich schon längst verflucht haben, dem Rest der Welt ist der Krempel sowieso egal und besonders originell geschrieben habe ich diese Zeilen bisher auch nicht - aber genau das stützt ja meine Theorie: Für jemanden, der mit AYL nichts zu tun hat, ist alles, was damit in Zusammenhang steht einfach langweilig und belanglos...
Lutz
 
 ASSAILANT - Wicked Dream  
 
CD - VÖ 2008  
Power Metal - Schweden -  Dockyard-1    
 
ASSAILANT kommen aus den Norden Schwedens, genauer gesagt aus Umea, das für zahlreiche erstklassige Bands wie etwa NAGLFAR, NOCTURNAL RITES oder PERSUADER bekannt ist. Die Nordländer präsentieren uns auf ihren Album „Wicked Dream“ ziemlich progressiv angehauchten Power Metal, was einmal mehr durch die ausgefeilte Gitarrenarbeit und den teils dominanten, recht modern und phasenweise futuristisch klingenden Synths unterstrichen wird. Die im Info aufgeführten melodischen Death Metal Verweise können nur sehr sporadisch ausgemacht werden, bzw. fast komplett vernachlässigt werden. Die Musiker der Truppe sind allesamt recht kompetent und handwerklich beschlagen und liefern einen durch und durch soliden Job ab. Dennoch prasselt ihr relativ modern angehauchter Stahl irgendwie an mir vorbei, es bleibt nichts großartiges hängen. Zugegeben, den ein oder anderen schmissigen Part/Song hat man durchaus im Repertoir (wie z.B. den Titelsong „Wicked Dream“) und auch die Klampfen kommen recht gut rüber, wie auch im übrigen die gesamte Produktion als gelungen bezeichnet werden kann. Dennoch ist mir zumindest das Ganze einen Tick zu modern, halt so ne typische einmal angehört und dann im Regal verstaubt Scheibe. Aber vielleicht bin ich ja auch schon zu alt für den Kram. Wer weiß? Für Leute, die ihren Power Stoff gerne zeitgemäß vorgetragen haben wollen und denen auch eine deutliche progressive Kante nichts ausmacht, können die Platte ja mal antesten.
Michael
 
 ASSAILANT - Nemesis within  
 
CD - VÖ 2006  
Power Metal - Schweden -  Dockyard-1    
 
Interessanten Stoff bringen ASSAILANT an den Start. Die Jungs kommen aus Schweden und man kann ihren Sound recht einfach in die In Flames – Ecke drücken. Aber im Gegensatz zu ihrem in die Jahre gekommenen Vergleich klingen ASSAILANT auf ihrem Debüt noch frisch und saftig. Der melodische Death Metal zeichnet sich durch hörenswerte Arrangments aus, bei denen die Keybords in den Vordergrund gerückt werden und sich prima mit den melodischen Gitarrenparts ergänzen. Jedenfalls sind die Keys hier wirklich integriert und nicht bloß schmückendes Beiwerk („Edge Of Forever“, „Mental State“). Ganz generell läßt sich der Sound irgendwo zwischen In Flames und Soilwork einordnen. Sprich: melodiöse Moderne. Ob die Jungs musikalisch schon vorher in Aktion waren, kann ich zwar nicht sagen, aber die Fingerfertigkeiten aller Musiker lassen auf viel Übung schließen. Am Schluß ist die Luft ein bißchen raus, die Ideen sind nicht mehr ganz so catchy und dennoch haben ASSAILANT ein gutes Debüt eingespielt, mit dem sich die Wartezeit auf’s nächste Album locker überbrücken läßt und die Hoffnung genährt wird, einen Knaller serviert zu bekommen.
Torsten
 
 ASSASSIN - The upcoming terror  
 
2CD - VÖ 2006  
Thrash-Metal - Deutschland -  Marquee Rec.    
 
Der Erstling der Düsseldorfer Thrash Brigade ASSASSIN zählt ohne wenn und aber zu den Klassikern des Teutonen Thrashs. Als das Album damals in den 80ern erschien schlug „The Upcoming Terror“ wie eine Bombe ein. Das war auch kein Wunder, denn die Truppe konnte mit ihrem kompromisslosen Material durch die Bank überzeugen. Die herausragenden Kompositionen bestachen durch unnachgiebige Härte, jede Menge Aggressivität und einer wahrlichen Überdosis Speed. Trotz aller Brutalität schaffte man es die Stücke abwechslungsreich zu präsentieren. Technische Brillanz sowie unbekümmerte Spielfreude wurden ebenfalls an den Tag gelegt. Stellvertretend für das geniale Songmaterial seinen hier das starke „Forbidden Reality“, die Schlachthymne „Assassin“, der ultimative Speedhammer „Bullets“, „Nemesis“ (ebenfalls ein absoluter Killer) sowie das nicht minder schwache Instrumental „Speed Of Light“ genannt. Alles zeitlose Thrash Granaten. Obwohl das Album bereits mehrfach zu digitalen Ehren gekommen ist, kann man für diesen offiziellen Re-Release von Marquee Records nur eine ausdrückliche Kaufempfehlung aussprechen. Das fängt schon mit dem liebevoll gestalteten Booklet mit massenweise Fotomaterial und umfangreichen Linernotes an und hört bei den wahnsinnig vielen Bonustracks auf. Neben dem eigentlichen Album wurden noch das „Holy Terror“ Demo von 1985, das 86er „The Saga Of Nemesis“ Tape sowie eine komplette Live Show aus dem Jahre `87 auf die beiden Scheibletten gebannt. Somit bekommt man satte 30 Tracks auf die Löffel. Mehr geht nicht. Diese Doppel CD ist ein absolutes Muss für jeden Thrasher. Egal ob alte Recken oder Neueinsteiger.
Michael
 
ASTARTE - Quod superius, sicut inferius  
 
CD - VÖ 2002  
Black-Metal - Griechenland -  Black Lotus Rec.    
 
So, nun hol'n wir mal die guten Chauvi-Statements raus und behaupten ganz platt, dass Frauen nix im Metal zu suchen haben, zumindest nicht aktiv als Musiker, schon gar nicht als Sänger einer Metalband härterer Gangart (dass das so schon mal nicht pauschal stimmt, sieht man wohl eindrucksvoll am Beispiel Angela Gossow (aktuelle Shouterin von Arch Enemy)). Wie praktisch ist es in diesem Zusammenhang doch, dass es die lebensbejahende Spielart des Black Metal gibt. Da versuchen nämlich sogar die Jungs ins Mikro zu keifen, wie die Frau vom Hausmeister wenn man mit dreckigen Schuhen durchs frischgewischte Treppenhaus huscht - das hat Esprit und gibt der Mucke eine gewisse Spritzigkeit, die sonst hinter den Orgelflächen und Mandolinenriffs der Saiten-Satanisten verloren gehen würde. Was die Herren von Luzifers Schöpfung sich entweder gezielt antrainieren müssen oder durch ein paar gezielte Tritte der Konfirmandengruppe von nebenan (die ja meist im gleichen Gemeindehaus tagt, in der die hoffnungsvolle Schwarzkittelgilde ihre Proben abhält..) ins Gemächt des Barden herbeigeführt wird, bringen die Damen schon von Haus aus mit. Black Metal also das Bodenturnen der schwermetallischen Musikrichtungen? Naja, vielleicht nicht ganz - aber auf jeden Fall keine reine Männerdomäne. Und während viele Düstergesichter mit Testosteronspritze noch ihr Näschen in die Schminkpötte tunken, zieht eine Amazonen-Skatrunde aus Griechenland auf der Überholspur an ihnen vorbei und zeigt, wo Thors Hammer hängt (oder meinetwegen der Akkuschrauber von Vadder Belzebub..): Diese drei Aphroditen der Nacht (auf den S/W-Promofotos sehen die Mädels gar nicht mal schlecht aus, keine Ahnung, ob die auch tageslichtauglich sind - um mal wieder auf die politisch inkorrekte Grundhaltung vom Beginn des Artikel zurückzukommen...) heißen ASTARTE, kommen wie erwähnt aus dem Heimatland von Gyros Pita und Peter Patros und legen mit "Quod superius, sicut inferius" (ja, ihr Hobby-Pastoren und Mediziner mit kleinem Latinum - jetzt zeigt mal, was Ihr könnt :-)) ihr drittes Werk vor, das sogar mich als weniger Black-Metal-interessierten Rezensenten (habt Ihr schon gemerkt, was?) durchaus überzeugen kann und das aus folgenden Gründen: Ersten wirkt der (Keif-)Gesang der Dame(n), so bescheuert das auch klingt, irgendwie "natürlich" und nicht so gekünstelt wie bei den Kollegen mit Dödel im Epizentrum - sagen wir mal "authentisch". Zweitens haben die Songs eine "kompositorische Breite" - soll heißen, da wird nicht einfach eine sinnlose Collage aus den eingangs erwähnten Bontempi-Samples und den Highspeed-Eierschneider-Monotonieeskapden zusammengekleistert sondern die Songs werden abwechslungsreich gestaltet - arrangiert wäre vielleicht etwas übertrieben formuliert. Es gibt sowohl schnelle als auch gemäßigtere Passagen, wobei die Grundgangart eher moderat ausfällt, was mir persönlich ganz gut gefällt - da kommt wieder ganz kräftig das subjektive Empfinden ins Spiel, das müsste der geneigte Leser ggf. für sich selber entscheiden. Man erkennt allerdings durchaus sehr eindeutigt, um welche Musikrichtung es sich bei dieser Scheibe handelt, die markanten Stilmittel sind allzeit präsent und prägen den Höreindruck. Wo Licht ist, ist auch Schatten (könnte man in Zusammenhang mit "Black Metal" zu einem ziemlich beschissenen Wortspiel verwursten, spar ich mir an dieser Stelle mal, kommt im nächsten B.M.-Review ;-)): So ist z.B. der Sound nicht unbedingt der Hammer. Nicht das er richtig schlecht wäre aber die Scheibe wirkt auf mich "recht günstig produziert" und stellenweise etwas drucklos - kann aber auch wieder mal 'ne Geschmacksfrage sein, viele (auch nachweislich teure :-)) B.M.-Produktionen wirken ja teilweise recht schmal auf der Brust, allein weil die Klampfen meist in höheren Lagen gespielt werden. So, genug rumgeseiert, es wird Zeit, liebe Nachtschattengemeinde, dass Ihr Eure gepuderten Popos hochbekommt und beim Musi-Dealer Eures Vertrauens mal nachhakt, ob er besagte Scheibe zum Reinhören und Eigentumsübergang parat hat.
Lutz
 
 ASTRAEA - Descend to earth  
 
CD - VÖ 2004  
Power Metal - Japan - Eigenveröffentlichung    
 
Diese junge Formation aus Japan präsentiert uns mit “Descend To Earth” ihre in Eigenregie herausgestampfte Debütscheibe. Man hat sich dem speedigen, melodischen Power Metal auf die wehenden Fahnen geschrieben und zieht somit in die Schlacht um glorreiche Taten zu vollbringen. Zu den Haupteinflüssen dieses Quartetts dürften vor allem deutsche Bands (GAMMARAY, BLIND GUARDIAN, HELLOWEEN) zählen, da der in Nippon so beliebte Teutonensound doch schon ziemlich stark aus dem Material hervorsticht und eine Dosis IRON MAIDEN scheint ja auch nicht so verkehrt zu sein. Man gibt sich wie gesagt auf diesem zehn Tracks umfassenden Werk dem Power Metal der etwas flotteren Sorte hin und handwerklich ist die Truppe auch relativ fit. Es werden geschickt einige Tempo- bzw. Dramatikwechsel in die Stücke eingebaut, die durch exzellente melodische Gitarrenläufe überzeugen können. Der Gesang ist manchmal etwas in den höheren Lagen angesiedelt, jedoch durchaus noch für die Ohren verträglich. Die Produktion der Scheibe kann noch nicht ganz mit den großen Bands mithalten ist aber dennoch mehr als ordentlich ausgefallen. Der Sound verfügt somit über einen etwas raueren Charakter, was ja nun auch wieder nicht schlecht ist. Lediglich im Drumbereich klingt das Ganze noch ein bisschen hölzern/steif, aber daran hat man bereits gefeilt, wie ich auf der mir vorliegenden, neuaufgenommen Version von „Truth In A Mirror“ vernehmen kann. Wer also auf speedigen Metal mit einer gehörigen Portion Melodie steht, der kann durchaus einmal in Tracks wie „Fantasy State Atlantis“, „Truth In A Mirror“, „Sunshine Don’t Disappear“ oder „Time Of The Destiny“ reinhören, zumal die Band genug Leidenschaft und Herzblut in die Songs gesteckt hat. Mal sehen wie sich die Truppe entwickeln wird, denn Potential scheint genug vorhanden zu sein.
Michael
 
ATLAIN - Living In The Dark  
 
CD - VÖ 2005  
Heavy Metal - Deutschland -  Shark Rec.    
 
Um ehrlich zu sein habe ich persönlich schon seit längeren auf ein Re-Release des ersten Werks der Herner ATLAIN gewartet. Weiß auch nicht warum, aber irgendwie hab ich als alter Sack das Teil von 1984 noch gut in Erinnerung und leg es gerne hin und wieder auf. Vielleicht ist die Band noch dem einen oder anderen geläufig, da zwei Recken der Herner später bei bekannten Akts mitwirkten. Bassist Andre Chapelier bei HOLY MOSES und Drummer Chris Efthimiadis bei RAGE. Die Vinyl Version des Teils, dass damals auf dem Kultlabel Earthshaker rauskam, ist jedenfalls mittlerweile durch das permanente Abspielen nur noch als Dartscheibe zu gebrauchen. Es gab zwar schon mal ein CD Release dieser Scheibe, welche mir aber durch die Lappen gegangen ist. War aber auch nicht so schlimm, da es sich um ein billig Release der Mausoleum Classics Serie gehandelt hat (lieblose Aufmachung, kein Booklet – nur ein Einleger usw.). Nun findet dieser Klassiker des deutschen Früh /Mitte 80iger Heavy Metals endlich noch einmal seine verdiente Würdigung. Wie auch schon bei der zweiten Scheibe „G.O.E.“ (Guardians Of Eternity) haben sich Rusty Diamonds der Sache angenommen. „Living In The Dark“ schlug jedenfalls in den Achtzigern im Underground wie eine Bombe ein und wurde zu Recht abgefeiert. Geboten bekam man schnellen, sehr speedigen Heavy Metal, was für die damalige Zeit in dieser Form noch nicht so häufig war (schon gar nicht aus deutschen Kreisen). Die Tracks zeichnen sich durch schneidende, aggressive Riffs aus, die einfach nur nach vorne losgehen. Unterstützt von einer soliden Rhythmus Abteilung entfachen die neun Songs des Albums einen wahren Orkan. Markant ist auch der Gesang von Peter Müller, den man unter vielen Shoutern sofort erkennt (mit dem für deutsche Bands damals typischen Akzent). Kracher wie „Dig It“, „Satanica“ oder das irrwitzige „Sphinx“ sollte man schon einmal in seinen Leben gehört haben. Die Platte wurde noch ein bisschen soundmäßig digital aufgepäppelt (jedoch nur im Lautstärke Bereich, an dem Original Sound wurde nicht rumgewerkelt) und somit klingt das Ganze dann wesentlich dynamischer als auf Vinyl. Als Bonus gibt’s dann noch fünf extra Tracks von einem Live Demo (ohne Overdubs). Die Songs sind aber alle schon vom „G.O.E.“ Album her bekannt, hier kann man aber die Rohversionen hören. Die Soundqualität ist in Ordnung, nur bei ein paar Stellen gibt es auf einen Kanal mal Aussetzer. Das Booklet beinhaltet im übrigen ein Interview mit Jörg Pryztarski von ATLAIN, das von Bart Gabriel im Februar diesen Jahres geführt wurde. Für Achtziger Jahre Metalheads und ewig Gestrige ist der Re-release dieses Klassikers ein Muss (auch wenn wieder ein paar Ungläubige behaupten werden, das Material sei schon angestaubt – ist mir aber Wurst Ihr Ignoranten!). Jungspunde, die mal hören wollen wie der gute alte HM in Deutschland anno 1984 geklungen hat, sollten auf jeden Fall auch einmal ein Ohr oder zwei riskieren. Prima Sache!
Michael
 
 ATMOSPHERE - Mat Xich  
 
CD-R - VÖ 2003  
Thrash-Metal - Vietnam - Eigenveröffentlichung    
 
Es ist immer wieder schön zu sehen, wo überall auf der Welt Metal zelebriert wird. Diesmal beglücken uns ATMOSPHERE aus Vietnam mit ihrem sechs Song Demo. Die Truppe aus Ho-Chi-Minh City spielt eine Art Mixtur aus Thrash Metal mit einem Schuß Heavy Metal. Die Legierung hat einen sehr modernen Anstrich und tendiert eher in die NU Metal Richtung als ins traditionelle 80er Thrash Lager. Hauptkennzeichen sind die Grooves, welche die Tracks durchsetzen und somit dürfte auch klar sein, dass man hier eher mittelschnelles Zeug vor den Latz geballert bekommt. Der Gesang kommt recht gequält und passt somit zu den nicht gerade rosigen Lyrics. Im muss zugebeben, dass ich mir doch etwas mehr Tempo hier und da gewünscht hätte. Die Tracks klingen dadurch auf die Dauer ein bisschen monoton. Tracks wie „Tieng Goi“ (mit einem guten Groove) oder „Dao Toi“ sind eigentlich recht ansprechend und gut hörbar. Zwei Songs beginnen zu erst balladesk, schwenken dann aber nach geraumer Zeit in die Midtempo Schiene ein. Mit einer knackigen Produktion würden die Songs sicherlich wesentlich mehr Wucht besitzen und zünden. Leider ist das Soundgewand der Tracks nicht gerade das gelbe vom Ei. Die Gitarren haben meist einen etwas „fuzzigen“ Sound und alles ist doch recht dumpf, baßlastig abgemischt. Nun kann sich ja jeder selbst denken, dass es in Vietnam nicht gerade HM kompatible Studios an jeder Straßenecke gibt. Wie überall dürfte auch das nötige Kleingeld von ausschlagender Bedeutung sein und deshalb sollte man die Meßlatte dann nicht so hoch ansetzen. Ich bin mir relative sicher, dass einige Mängel bei zukünftigen Aufnahmen beseitigt werden. „Mat Xich“ dürfte somit für Exotensammler sicherlich recht interessant sein. Keep it heavy there and keep on thrashing!
Michael
 
 ATRITAS - Medium Antigod  
 
CD - VÖ 2007  
Black-Metal - Schweiz -  CCP Rec.    
 
Bei symphonischem Black Metal kriege ich von vorneherein immer schon die Krätze. Hab noch nie verstanden, was an Keyboard-Elegien besonders evil ist. Aber gut, ich schmink mich auch nicht mit Karnevalscreme, deswegen kann ich da kaum mitreden. Die Jungs aus Basel, die seit 1997 in der Black Metal-Szene rumturnen, liefern mit Medium Antigod (Gibt’s den auch ‚well-done’?) ihr zweites Album ab. Aller Vorurteile und Angstzuständen zum Trotz bin ich nach einigen Durchläufen mit dem Album sogar fast warm geworden, da ich ein paar Lieder wirklich ziemlich hervorragend finde. Die drei aufeinander folgenden Stücke Massacre Pour Une Ballade, Ravenous And Devilish und Das Tier sind meine klaren Favoriten.
ATRITAS zielen klar auf eine Mischung der symphonischen Archetypen ab: Oft erinnern die Lieder an weniger verspielte EMPEROR; die Stimme ist vor allem beim hohen Gekreische Dani Filth angelehnt; und DIMMU BORGIR stehen auch Pate, sobald das Keyboard in den Vordergrund tritt. Am Stärksten finde ich die Huldigung an den Antigod jedoch, wenn die Keyboards eher Ambient-Stimmung verbreiten oder die Gitarren richtig braten (So richtig schnell werden ATRITAS jedoch fast nie.). Ravenous And Devilish weist zum Beispiel eine gewisse Verwandtschaft zu meinen persönlichen Favoriten NEGURA BUNGET auf. Dem Sänger Gier gelingt es zudem hervorragend Abwechslung in die Lieder zu bringen, indem er von hoch bis tief das ganze Spektrum des Black Metals abdeckt. Ein Manko im Gesamtbild ist aber das recht ideenlose Layout des Booklets. Auch kann man die Namen der Lieder auf der Rückseite fast gar nicht lesen, da sie schön in schwarz auf schwarz präsentiert werden. Ein bisschen mehr Professionalität stünde hier nicht schlecht zu Gesicht. Abschließend kann ich Medium Antigod denen empfehlen, die gerne der symphonischen Seite des Black Metals frönen, denn die Lieder sind durchweg gut gespielt und produziert. Ich persönlich hoffe natürlich, dass sie von den Keyboards etwas weg kommen (Was aber nicht sehr wahrscheinlich ist, da sie gerade nach einem neuen Keyboarder suchen, da die gute Hysteria wohl nicht mehr dabei ist.). Die Ansätze für eine wuchtige Scheibe in der Zukunft sind allemal vorhanden!
Henrik
 
 ATROCIOUS DEVOURED - Live Murders  
 
CD - VÖ 2003  
Death/Thrash - Frankreich - Eigenveröffentlichung    
 
Zu dieser französischen Band habe ich kaum Infos und kann dem Bandinfo nur grob entnehmen, daß sie scheinbar schon eine Mini-CD namens „Golden Jail“ veröffentlicht hat. Die hat man dann auch gleich noch mal aufgenommen und mit auf „Live Murders“ gepackt hat. Schon mal komisch als Demo-Band Material doppelt zu veröffentlichen... aber das kann den meisten Metallern auch egal sein, denn ATROCIOUS DEVOURED können mit dieser Full-Length alles andere als überzeugen. Die Musik bewegt sich im rumpeligen Death/Thrash Bereich und klingt musikalisch nach einer Demo-Band, die ihren Stil noch zu finden versucht und bereits vor 10 Jahren tausendfach gehörte Riffs zu insgesamt 11 Songs verarbeitet. Diese klingen dann durch die supersimplen Gitarren oft fast etwas punkig und werden vom mässigen Zusammenspiel und besonders dem Drumming, das besonders in den schnelleren Passagen wirklich schauerlich holprig und unsauber klingt, noch weiter runtergezogen. Darauf kommt dann ein heiserer Sänger, der zwischen keifigem Black/Thrash-Gesang und etwas tieferen Death-Metal Vocals pendelt, wobei beides nicht wirklich kraftvoll klingt und ersterer auch noch dominiert und oft so monoton runtergebellt wird, daß man denken könnte, die CD habe einen Sprung. Dafür daß ATROCIOUS DEVOURED absolut auf Demo-Band Niveau spielen, muß man aber zugeben, daß sie einen sauberen Sound abbekommen haben, der allerdings für die Musik etwas zu Höhenlastig ausgefallen ist. Auch die Aufmachung der CD muß sich nicht verstecken ... das alles kann aber nichts daran ändern, daß das wichtigste von allem doch reichlich entbehrlich ist... die Musik! Muß man also nicht haben, da die interessanten Momente mehr als rar gesät sind. Bei Interesse einfach auf den Bandnamen im Header klicken und mehr Infos auf der Band-Website einholen.
Karim
 
 
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