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RAB-RAI  RAK-RAT  RAU-RAZ  RAZ-RED  RED-REI  REI-RES  RES-REV  REV-RIS  RIT-ROS  ROS-ROT  ROT-RUN  RUN-RZE  
 

RABBATH AMMON - Rabbath Ammon Demo  
 
CD-R - VÖ 2005  
Black-Metal - Jordanien - Eigenveröffentlichung    
 
Wieder einmal flattert mir ein überraschendes Stück Metal aus dem Nahen Osten auf den Tisch. RABBATH AMMON, welches der alte Name Jordaniens ist und so bereits in frühester Geschichte in der Bibel erwähnt wurde, beehren uns hier mit ihrem Debüt Demo. Die beiden Brüder, die sich hinter diesem Projekt verbergen, kommen aus Jordanien und haben mit ihrem vier Tracker mehr als nur ordentliche Arbeit abgeliefert. Stilistisch erinnert mich das Duo irgendwie an alte griechische Helden wie ROTTING CHRIST oder VARATHRON in deren Frühphase, da die Band aus Amman teilweise auch eine ähnliche Atmosphäre verbreitet. Bekräftigt wird meine Vermutung dann auch mit „The Sign Of Evil Existence“, einer ROTTING CHRIST Cover Version vom „Thy Mighty Contract“ Album, die unsere zwei Freunde hier in gekonnter Manier zum Besten geben. Aber auch die Eigenkompositionen können überzeugen. Neben den gelungenen Riffing wissen vor allem die guten Melodien zu gefallen. Die Formation integriert auch geschickt einige orientalische Harmonien, die hervorragend in die Songs eingewoben werden. Tracks wie „The Stellar Sophia“ oder „Disciples Of Cain“ besitzen ihren ureigenen Charme, werden solide runtergeholzt und dürften eigentlich jeden Anhänger von Black/Death Stoff munden. Das Teil wurde in den eigenen vier Wänden aufgenommen und besitzt auf Grund dieser Tatsache einen vorzüglichen Sound, der sich hinter Demo Veröffentlichungen aus dem Westen nicht zu verstecken braucht. Die Tatsache, dass es für Metal Bands aus Jordanien nicht einfach ist, ihrer Lieblingsmusik nachzugehen und Verhaftungen an der Tagesordnung sind, dann ist diese abgelieferte Arbeit der Band gar nicht hoch genug anzurechnen. Die Einstellung der Truppe passt, ebenso das Feeling für die Mucke und deshalb dürfte es nicht verkehrt sein, die Band einmal anzutesten. Support the true Underground! Metal To The End!!! Kontakt: ammonknights@yahoo.com
Michael
 
 RABID - Annihilation  
 
CD - VÖ 2007  
Thrash-Metal - U.S.A. -  Reaper Metal Rec.    
 
Wer sich gerne mal wieder ungeschliffenen und ungehobelten Thrash Metal in die Gehörgänge pfeifen will, der liegt mit den Amis von RABID wohl goldrichtig. Der Name scheint Programm zu sein, denn die Truppe wetzt sich wahrlich irgendwie tollwütig durch die vorliegenden elf Liedchen. Vorwiegend agiert man im oberen Speedsegment, verliert sich aber nicht im blanken Chaos und obwohl gethrasht wird bis sich die Balken biegen, bleibt die Chose relativ überschaubar. Angefangen hat die Band mal als Death Metal Akt, davon hört man aber nicht mehr recht viel. Logischerweise ist hier Originalität relativ fehl am Platz, aber wer will das schon immer auf die Dauer? Vor allem, wenn man so sympathisch eins über die Rübe gehämmert bekommt. Ihre Helden aus den 80ern werden des öfteren zitiert und gerade beim Opener „Non Stop Violence“, das nach einem Instrumental/Intro folgt, wird eine äußerst bekannte US Kapelle überdeutlich zitiert. Auch den guten alten Teutonen Thrash haben die Vier was abgewinnen können, allen voran die alten DESTRUCTION scheinen es den Nordamerikanern angetan zu haben. Die Produktion des Albums shredded ganz schön und ist wohl mit Absicht an die ruhmreiche Zeit vor rund 20 Jahren angepasst worden. Manchmal ein bisschen dumpf, aber das macht dem Spaß hier keinen Abbruch. Für alle Old School Thrasher und ewig in den 80er lebenden Metalmaniacs wieder mal was feines vom Fass. Der übrige Rest wird wohl eher unverständlich die Nase rümpfen. Cooles Teil!
Michael
 
 RADEMASSAKER - Satanic Zombie Horde  
 
CD - VÖ 2004  
Death/Grind - Deutschland -  Redrum Rec.  
 
Ausgerechnet die gesammelten Werke des deutschen Einzel- und Triebtäters Jan Rademacher sind die erste Veröffentlichung auf Will Rahmers (MORTICIAN) neu ins Leben gerufenen Label Redrum Records. Natürlich erwartete ich derbsten Deathgrind, doch weit gefehlt. Jan, der einfach seinen Nachnamen zu RADEMASSAKER metalisierte (Yeah!), frönt primitivem altmodischem Death/Thrash der Marke CELTIC FROST meets PUNGENT STENCH. Im Gegensatz zu den deutschen Komikern von WARHAMMER, die jahrelang versuchten den Sound von HELLHAMMER originalgetreu zu klonen und kläglich scheiterten, macht Jan seine Sache deutlich besser. Zwar atmet das Riffing der Songs oft deutlich den Geist von CELTIC FROST zu "Morbid Tales" Zeiten, aber soundmäßig geht es wesentlich dreckiger und primitiver zur Sache. Und obwohl Jan sich sogar zwei Mal am legendären „UUH!“ von Tom Warrior versucht, bölkt der Gesang durch den Einsatz von Hall und leichten Effekten wesentlich derber und kompromissloser aus den Boxen, so dass die Mucke letztlich doch eigenständig und mit hohem Unterhaltungswert daher kommt. Lediglich das Drumming (Computer?!) ist ein wenig uninspiriert ausgefallen, aber wenn man es sich selbst machen muss, gibt´s immer etwas Verschnitt und schlieslich soll es primitiv sein.
Das Album umfasst das gesamte bisherige Schaffen von RADEMASSAKER, sortiert von neu nach alt und wurde von Will Rahmer remastered. Drei bisher nicht veröffentlichte Tracks eröffnen den Reigen, bei denen Jan seinen Growl-Gesang noch dezent mit effektvollem Kreischgesang unterlegte. Tempomäßig geht´s gemächlich zu und zuweilen wird flottes Up-Tempo angeschlagen, aber das hier ist definitiv kein Deathgrind! Es folgen die Tracks der CD-R Veröffentlichung „Gnawing On A Rotten Piece Of Flesh“ aus 2003, die „Fleshdance“-EP und die Songs des Split-Tapes mit SKULL´S CORNER aus 2002.
Selbstredend finden sich auch Horror-Intros vor den Songs. Der hierfür zuständige Kumpel des Protagonisten machte seine Sache gut, indem er witzige Geräuschkulissen zusammenschnitt, welche ekelige Bilder im Kopf des Hörers entstehen lassen.
Die letzten sieben Songs stammen vom ersten Demo und unterscheiden sich allerdings deutlich vom restlichen Material. Bruder Felix Rademacher sorgte hier noch für die Frognoise-Vocals und wir lauschen dumpfem, unproduziertem und untalentiert vorgetragenen Deathgrind mit Drumcomputer. Das Ganze ist extrem basslastig, da die Brüder hier noch völlig auf Gitarren verzichteten und ganz auf den verzerrten Viersaiter setzten. Vermutlich wurde das Demo auf einem der bunten Kassettenrekorder mit Karaoke-Mikro aus der Spielwarenabteilung mitgeschnitten; das würde zumindest den Soundmatsch erklären. Eigentlich sauübel, mir bekommt der Stilbruch des Demos zum Abschluss der CD dennoch gut, denn endlich wird auch mal Gas gegeben und ein Lacher zum Abschluss ist den Gebrüdern sicher.
Insgesamt ein arschcooler Release, der durch die klischeehaft-genialen Blood, Guts & Metal Lyrics und ein typisches albernes Cover von Vince Locke, der bereits für CANNIBAL CORPSE zeichnete, veredelt wird!
Wolfram
 
 RADICAL - Perfecto Infierno  
 
CD - VÖ 2007  
Thrash-Metal - Uruguay -  Extreme Zone    
 
Es grenzt ja schon immer an ein Wunder, wenn Veröffentlichungen aus Uruguay im heimischen Briefkasten landen. Trotz zahlreicher erstklassiger Bands fristet die Szene in dem kleinen südamerikanischen Land eine Schattendasein, eingepfercht zwischen den riesigen Metallszenen ihrer Nachbarländer Brasilien und Argentinien. Das man sich aber keineswegs zu verstecken braucht beweisen RADICAL eindrucksvoll. Kopf der 2004 ins Leben gerufenen Formation ist Gabriel Brikman, der einer der Metallikonen Uruguays ist. Zusammen mit seiner vorherigen Band CHOPPER, die Kultstatus besitzt, schmiedete er seit 1989 edelsten Metal und brachte ein paar Alben unters Volk. Nach dem Split suchte er ein neues Betätigungsfeld und RADICAL waren geboren. Nach der äußerst erfolgreichen „Radio“ EP folgt nun das erste volle Album des Vierers. Geboten bekommt man aggressiven Thrash Metal, gewürzt mit diversen Hardcore Einschüben, der einfach runter geht wie Öl und tierisch abgeht. Spielerisch gibt man sich absolut keine Blöße und schrubbt die 14 Tracks perfekt vom Leder. Gleich der schnelle Opener „Technosis“ zeigt wo’s lang geht. Ordentlich Tempo, aggressive, knallharte Gitarren und mächtig Druck. In die gleiche Kerbe schlägt „Pelea“. Geschickt eingestreute Doublebass Attacken und Grooves runden das positive Bild ab. Tracks wie „Ni Olvido Ni Perdon“ besitzen sogar süchtig machenden Ohrwurmcharakter. Neben eingängigen Material gibt’s auch den einen oder anderen, etwas verschachtelten und rhythmusorientierten Song zu hören („Pachamama“). Den Abschluß eines gelungenen Albums macht die Hymne „Radical“, die das dargebotene gut umschreibt. Die Produktion der Scheibe passt perfekt, allen voran die harten Gitarren und das wuchtige Schlagwerk. Ein starkes Langeisen, das aggressiv, heavy, abwechslungsreich und frisch aus den Boxen quillt. Exzellenter Stoff!
Michael
 
 RAGE - From The Cradle to The Stage  
 
CD - VÖ 2004  
Power Metal - Deutschland -  SPV/Steamhammer    
 
Der Metal seinen Spielarten abseits des Mainstreams ist (glücklicherweise) nicht so stark den Trends und dem flatterhaften Geschmacksverirrungen einer Zielgruppe unterworfen wie dies beispielsweise bei den Marionetten von Popstars und Konsorten mit den ihnen aufs Image und die hirnamputierte Käuferschar zurecht geschnitzten Machwerken der Fall ist, trotzdem muss heute jedes Label knallhart durchkalkulieren, ob sich die Investition in eine Band überhaupt noch rechnet ("lohnen" will ich in diesem Zusammenhang mal gar nicht erwähnen...). Diese Entwicklung betrifft natürlich auch die Protagonisten der "guten" Musik und da ist es heutzutage umso mehr ein beachtlicher Erfolg, wenn eine Band es schafft, trotz aller Widrigkeiten ihr 20-jähriges Bestehen feiern zu können.
Rage sind eine der wenigen Bands, die ein solches Jubiläum begehen können, und nehmen dies zum Anlass, ihren Werdegang nocheinmal musikalisch zu dokumentieren und in Form einer Doppel-CD bzw. -DVD mit einem Mitschnitt des Konzerts in der Bochumer Zeche am 25.01.2004 erlebbar zu machen. Dieser Output liefert einen recht umfassenden Querschnitt durch die verschiedenen Schaffensperioden der Band und enthält lt. Labelinfo "die jeweils wichtigsten Stücke aus allen Phasen der Bandhistorie". Diese "Dokumentation einer Ära" ist in drei verschiedenen Ausführungen erhältlich: als Doppel-Live-CD, als Doppel-DVD oder als limitiertes Digipack mit Doppel-CD und Doppel-DVD. Die CDs enthalten die 27 Songs des Konzerts in sehr guter Soundqualität, ohne dabei zu sehr nachproduziert oder steril zu klingen und können (bei ausreichender Lautstärke ;-)) durchaus annähernd die Atmosphäre des Konzerts widergeben (sofern ich das 1. überhaupt beurteilen kann, ohne selber da gewesen zu sein und sich 2. die Live-Stimmung überhaupt in gepresster Form konservieren lässt).
Auf DVD 1 lässt sich, zusätzlich zum akkustischen Eindruck, das Konzert auch in visueller Form erleben, DVD 2 enthält neben einer 50-minütigen Bandhistorie "behind the scenes"-Aufnahmen und "making-of"-Material aus dem Studio, sowie zur weiteren Kurzweil des Betrachters alle elf Videos aus der bisherigen Karriere der Band.
Dieses Paket in seinen verschiedenen Varianten ist sicher nicht nur für den Hardcore-Rage-Fan interessant (der wird das Ding wahrscheinlich eh schon im Schrank stehen haben) sondern auch für diejenigen, die auf vergleichsweise einfachem Wege einen möglichst umfassenden Eindruck vom Tagwerk einer Band bekommen möchten, die berechtigterweise als einer der wichtigsten Metal-Acts des Landes gelten dürfte und gleichzeit als eine der wenigen, die es trotz aller Widrigkeiten geschafft haben, über mittlerweile zwei Dekaden zu bestehen und weiterhin Einfluss auf die akutelle Metalszene zu nehmen. Prädikat "empfehlenswert", klare Kaufempfehlung von meiner Seite.
Lutz
 
 RAGING MOB - Raging Mob  
 
CD - VÖ 2008  
Thrash-Metal - China -  Mort Prod.    
 
Anhänger des Düsseldorfer Thrash Flaggschiffs ASSASSIN dürften bei den Chinesen interssiert die Ohren spitzen, zeichnet sich doch kein geringerer als Robert Gonnella für den Gesang der Truppe aus Peking verantwortlich. Das der gute Rob des chinesischen mächtig ist war ja schon immer bekannt. Bei seinen Aufenthalten in der Volksrepublik konnte er quasi gar nicht anders als bei RAGING MOB einzusteigen. Gegründet wurde das Quintett von Bassist Liu Ke und Axeman Wang Meng als sie sich mit dem Amerikaner Dave Hemmer zu Jam Sessions irgendwo im Pekinger Underground trafen. Wenig später stießen dann Robert am Gesang und Schlagwerker Solider zur Truppe dazu.
Ein Unikum in der dortigen Szene, vereint die Band doch Musiker aus drei verschiedenen Kontinenten und Kulturkreisen. Das dies durchaus funktioniert kann man auf den zehn Tracks lautstark hören. Trotz des leicht modernen Einschlags des Materials kommen die Haupteinflüsse der Formation eindeutig aus den 80igern. Dabei versteifft man sich aber nicht auf ein gewisses Genre, sondern kombiniert Elemente aus verschienden Spielarten härterer Musik, obwohl eindeutig der Schwerpunkt auf Speed und Thrash Metal liegt. Das man sehr gute Songs schreiben kann wird des öfteren auf dem Debütsilberling bewiesen. Mit starken Songs der Marke "Rage", "Residuals" oder dem erstklassigen Instrumental "The Blessing Of The Mob" hat man feines und hochkarätiges Kraftfutter am Start, dass auch hierzulande schnell seine Anhänger finden dürfte. Gute, auf den Punkt gespielte Riffs, herrliche Solis, knackiger Bass, präzises Drumming und Robert mit seinen unverkennbaren Gesang sorgen für kurzweiliges Hörvergnügen. Mit "Raging Mob" und "Bushwhackers" hat man zudem noch zwei Live Songs auf die Scheibe gepackt, die von ASSASSINS "The Club" Album stammen und kompetent verwurstet wurden. Mir macht die Scheibe Spass und es bleibt nur zu hoffen, dass den Jungs auch hier in good old Germany genug Gehör geschenkt wird. Verdient hätten sie's allemal.
Michael
 
RAGING SPEEDHORN - Before the sea was built  
 
CD - VÖ 2007  
Metal/Rock - England -  SPV/Steamhammer    
 
Gleich der erste Titel dieses Albums trifft des Pudels Kern: “Everything Changes”. Bei RAGING SPEEDHORN betreffen diese Änderungen personelle Umbesetzungen und – weit wichtiger – eine Abkehr von traditionellen Songstrukturen. Früher eher sludig-metallig, verfolgt die Band nun (mehr oder minder) den Weg des Post-Hard(?)core.
Zu dieser Platte eine Verbindung aufzubauen dauert verdammt lange – und das obwohl das Werk kaum `ne halbe Stunde lang ist. Einiges klingt gut und vertraut (das Titelstück), anderes dagegen unfertig und halbgar („Everythings Changes“). Manche Songs sind so kurz, dass kaum etwas von dem rüberkommt, was vielleicht gemeint ist. Manchmal denke ich beim Hören an diverse „Laut/leise-Bands“ (ICOS) und es fühlt sich an, als wenn RAGING SPEEDHORN die langen Stücke solcher Bands in den eigenen Kontext eingefügt haben. Mit dem Unterschied, dass die Songs auf „Before The Sea Was Built“ eine sehr kurze Version dieser langen Epen sind. Leider kommen die Jungs dabei nicht auf die Quintessenz dieser langen Stücke. Vieles wirkt irgendwie unentschlossen. Kaum hat man sich in einen Song reingehört, ist der auch schon zu Ende. Einzig bei „Sound Of Waves“ kommen die Jungs ins schwelgen und gehen aus sich raus. Das Ding hat Ideen. Beim Rest lässt sich das anzweifeln.
„Before The Sea Was Built“ ist teilweise hörbar, fährt aber mit angezogener Handbremse. Zwar ist die alte Band hinter den neuen Songs zu erkennen, Band und Songs tun sich allerdings etwas schwer. Kein Muss.
Torsten
 
 RAINTIME - Flies and Lies  
 
CD - VÖ 2007  
Melodic-Death - Italien -  Lifeforce Rec.    
 
Wer schon immer mal wissen wollte, wie sich eine Mischung aus IN FLAMES, NIGHTWISH und Metalcore anhört, sollte unbedingt diese Italiener anchecken. Zwar klingen beileibe nicht alle Songs von „Flies & Lies“ wie erstgenannter Vergleich, dennoch enthält dieser die Quintessens dieses Albums. Die Produktion ist wirklich gut – fett und sauber, wirkt aber doch etwas glatt. Und diese Refrains: IMMER melodiös, IMMER treffsicher, IMMER auf den Punkt („Rolling Chances“). Und gerade deswegen ZU vorhersehbar und manchmal in ihrem Melodiezwang aufdringlich und penetrant, wenn nicht sogar nervend. Da hilft auch nicht, dass der Sänger auch mal aggressiv shoutet („The Black Well“) oder die Geschwindigkeit angezogen wird, es endet doch wieder in zuckrigen Melodiebögen. Kennt man doch alles schon. Allerdings, und das muss man anerkennen, hat trotzdem alles Hand und Fuß. RAINTIME machen ihre Sache gut. Die Hausaufgaben wurden zweifellos gemacht. Auch DREAM THEATER oder AYREON werden zitiert. Warum sich RAINTIME allerdings Michael Jacksons „Beat It“ zur Brust nehmen, bleibt mir rätselhaft. Hätte nicht sein müssen. Live sicher ok, aber mitten in der Pladde, umgeben von eigenen hochwertigen Gewächsen …? Den Vogel aber schießt „Another Transition“ ab! Im Verse rocken IN FLAMES und der Refrain ist so dermaßen NIGHTWISH, dass es beinahe wehtut. Oh Mann, mehr „Einfluss“ geht nicht. Äh – doch, „Matrioska“ hat’s faustdick hinter den finnischen Ohren – dieser Chorus …
Für alle MELODIE – Metal – Fans, die auch mal Metal-Core hören wollen.
PS: Verdammt, irgendwann fangen auch die gemeinsten Melodien an, zu gefallen …
Torsten
 
 RAISE HELL - City of the damned  
 
CD - VÖ 2006  
Thrash-Metal - Schweden -  Black Lodge Rec.    
 
Wat issen nu passiert... zugegeben, hab ich länger kein Ohr an eine Veröffentlichung dieser Schweden gelegt. Genaugenommen seit ihrem zweiten Album "Not dead yet". "City of the damned" stellt den inzwischen fünften Output von RAISE HELL dar und hat mit dem fixen Death/Black alter Tage nicht mehr viel gemeinsam. Der Opener ist wie das meiste Material der Scheibe extrem Heavy-Metal lastig und im Mid-Tempo angesiedelt. Von den prolligen langsamen Doublebass-Beats bis zum Eierkneif-Gejaul ist alles mit im Sound, wobei die Basis natürlich immer noch härter ist. Speziell der Gesang erinnert an so manche schwedischen Old-School Fetischisten aus der Thrash-Ecke und auch musikalisch kommt der Einfluss wie im Titelsong in Up-Tempo Thrash-Beats oder treibender Doublebass zum tragen. Dazu kommen aber auch ziemlich klassische Heavy-Elemente die vor allem in den Refrains schon in eine rockige Richtung gehen und so manches Riff könnte auch aus der Feder eines Zach Wylde kommen. Zum Abschied wird man bei "Rising" gar noch mal richtig melodisch-monumental und wer kein Faible für Heavy-Meal hat sollte nicht nur deshalb die Finger von "City of the damned" lassen. Nun habe ich dieses Faible nicht, muß aber sagen daß RAISE HELL es trotz absolut klassischer Herangehensweise schaffen, nicht Retro oder Old-school rüberzukommen. Die Mischung funktioniert also durchaus und kommt insgesamt grundsolide rüber. Wer auf prollige Old-School Kapellen wie BEWITCHED oder GEHENNAH steht und das ganze mit dem Heavy-Metal Bügeleisen glattgebürstet haben möchte, der kann sich von "City of the damned" also sicher gut die Ohren durchspülen lassen.
Karim
 
 RAISE THE SHIELD - Play with fire  
 
CD-R - VÖ 2006  
Thrash-Metal - U.S.A. - Eigenveröffentlichung    
 
Metallica, Annihilator, Megadeth – drei illustre Bands, die bei “Play With Fire” Pate standen. Und das verdammt nah! Das gilt auch beim Gesang: olle Hetfield klingt durch und – wie geil! – „er“ singt zur Saitenhexerei von Jeff Waters. Das hat echt Stil. Die Gesangslinien sind melodiös, animieren zum mitträllern und machen einfach mal Laune. Devin Townsend lässt grüßen. Beim Titelstück hat sich obendrein noch ein Priest – Riff „versteckt“.
Da hat sich der RAISE THE SHIELD - Mastermind Dave Cardwell einen fetten Brocken aus den metallischen Rippen geleiert, der es in sich hat. Da kann man nur hoffen, dass der Mann bald ein paar passende Mitstreiter findet, denn erdacht und aufgenommen hat Dave alles selbst. (Die Drums kommen aus der Konserve und sind ein kleiner Schwachpunkt.) Dass es ihm Spaß gemacht hat, ist deutlich zu hören. Da ist ein Enthusiast am Werk. Alles klingt schlüssig und scheint leicht von der Hand zu gehen. Die Songs kommen auf den Punkt und ein angenehmes 80-er Gefühl stellt sich ein. Dabei klingt die Mucke nicht altbacken! Frisch und „wie selbst gemacht“, sozusagen. Well done, Dave! Bin gespannt auf mehr.
Torsten
 
 
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